Legal Matters for Startups – das müsst ihr vor eurer Gründung wissen

Legal Matters for Startups – das müsst ihr vor eurer Gründung wissen

Welche Gesellschaft soll ich bei der Gründung meines Startups wählen, was ist erforderlich für die Ausgestaltung einer GmbH, ab wann bin ich zur Insolvenzbeantragung verpflichtet? Antworten darauf und viele weitere Praxistipps zum Gründen wollen wir euch in unserer Blogbeitragsreihe „Legal Matters for Startups – das müsst ihr vor eurer Gründung wissen“ verraten.

Doch zuerst fangen wir mit dem grundlegendsten Schritt an.

Welche Gesellschaft solltest du bei der Gründung nicht wählen?

GmbH & Co. KG
An einer KG beteiligen sich kaum Investoren, da es eine Personengesellschaft ist und dies keine großen Gewinnabsichten suggeriert. Denn: Steuerlich ist eine Co.KG nur dann günstiger, wenn du nicht viel Gewinn damit machst.

AG
Die Aktiengesellschaft suggeriert Größe, das ist natürlich erstmal etwas Positives. Doch die AG gestaltet sich rechtlich oft sehr kompliziert und birgt deshalb große Fehlerquellen, die jahrelang noch nachkorrigiert werden müssten und einem ebenfalls zum Verhängnis werden könnten. Daher ist dies beim Start eines Unternehmens nicht empfehlenswert. Außerdem ist es recht einfach, eine GmbH später in eine AG umzuwandeln, weshalb man so unkompliziert und zielführend wie möglich starten sollte, um später Schritt für Schritt größer zu werden.

GbR oder Einzelkaufmann
Einfach auf den Punkt gebracht – du bist für alles persönlich haftbar. Du solltest im besten Fall alles, was das Unternehmen betrifft, auch über das Unternehmen laufen lassen.

Inc. oder Ltd.
Die amerikanische Gesellschaftsform „Incorporation“ oder die britische „Limited“ stehen momentan im Trend. Sie hören sich international an, wirken cool und hip. Auch hat die Limited den Vorteil, bei der Gründung schnell über die Bühne zu gehen und wenig Gründungskosten zu verursachen – im Gegensatz zu der GmbH, mit der du mit einem Mindestkapital von 25.000€ einsteigst. Jedoch sollte man bedenken, dass es wenig sinnvoll ist, wenn das Unternehmen oder die Gründungsidee nicht eindeutig international ausgerichtet sind. Der Vorteil liegt klar darin, global und schnell mit dem Unternehmen agieren zu können. Der Nachteil ist jedoch, dass man keine absolute Rechtssicherheit innerhalb Deutschlands genießen kann. Zudem ist die Rechtsberatung in den USA und in Großbritannien deutlich teurer als hier. Auch das ist ein Punkt, der einem Gründer im Vorfeld bewusst sein sollte.

Wie sieht eine Gründung und Ausgestaltung der GmbH aus?
Kommen wir nun zu dem Punkt, den jedes Startup geraten bekommt:
Eine GmbH ist als ein in Deutschland gegründetes Unternehmen am zielführendsten. Doch was brauche ich alles dafür, was ist erforderlich und ratsam?

  • Den richtigen Rechtsberater, Steuerberater und Notar möglichst mit Erfahrung mit Startups finden.
    Du wirst sehr froh sein, so viel Buchhaltung wie möglich nach Außen verlagern zu können. Das spart Zeit und Geld, und ein Notar, der von Anfang an alle wichtigen Informationen zu deinem Startup über die Jahre hinweg beisammen hat, ist Gold wert. Ebenso Steuer- und Rechtsberater, die dich bei deiner Gründungsgeschichte von Anfang an unterstützen können.
  • 25.000€ Eigenkapital müssen in das Unternehmen bei einer GmbH eingezahlt werden. Eigentlich. Gesetzlich ist es festgelegt, dass du zu Beginn nur 50%, also 12.500€, einzahlen musst. Wer also 12.500€ Startkapital aufbringen kann, kann ohne Zweifel als GmbH starten.
  • Die Satzung deines Unternehmens sollte investorengerecht ausgestaltet sein. Das heißt im Klartext: Zweisprachig (Deutsch und Englisch), Beiratsregelung und Vetorecht sowie eine asymmetrische Erlösverteilung sollten beinhaltet sein.
  • Steuerliche Optimierung: Dies kann verschieden ausfallen und genau hierbei kommt der Steuerberater deiner Wahl zum Einsatz. Gegebenfalls kannst du Anteile über eine UG halten. Kläre am besten ab, wie deine geschäftliche Steueroptimierung aussehen kann.
  • Alle erforderlichen Erlaubnisse für eine GmbH einholen, zum Beispiel: Gewerbeamt, Finanzamt, etc.
  • Anteilsverteilung festlegen: inaktive Gründer sollten hierbei nicht über 20% der Anteile halten. Das wird bei Investoren nicht gerne gesehen und sie steuern folglich nicht viel als Investment bei.
  • Die Geschäftsführung sollte daher nach Möglichkeit auch immer nur aus tätigen Gründern bestehen.

Nachdem du diese Informationen nun bewusst auf dem Schirm hast, verraten wir dir nächste Woche, worauf du bei deinem Gespräch mit Investoren achten solltest.