10 No-Gos beim Gespräch mit Investoren

10 No-Gos beim Gespräch mit Investoren

Früher oder später muss sich jeder Gründer damit auseinandersetzen, wie er sein innovatives Geschäftsmodell finanzieren soll. In den meisten Fällen kommt man dabei um Investoren und sogenannte Business Angels nicht herum. Wer diese von seiner Idee überzeugen will, sollte aber darauf achten, nicht volle Kanne ins Fettnäpfchen zu treten und damit seine Chancen auf Finanzierung direkt zu zerstören. Die folgenden Fehler solltest du daher unbedingt vermeiden:

Unvorbereitet sein
Es wirkt äußerst unprofessionell, wenn du keine genauen Kennziffern zu deinem Produkt und zum Markt nennen kannst, oder wenn du dein Geschäftsmodell nicht bis ins kleinste Detail erklären kannst. Das erweckt den Eindruck, dass du nicht voll bei der Sache bist oder dich nicht ausreichend mit dem Marktpotential beschäftigt hast. Außerdem solltest du deine Idee natürlich schnell und einprägsam vorstellen können.

Lügen
Das ist eigentlich selbsterklärend. Eine Beziehung zu Investoren sollte auf Ehrlichkeit beruhen, damit beide Seiten wissen, woran sie sind. Lügen haben bekanntlich kurze Beine und früher oder später fliegt sowieso alles auf. Den Ärger sollte man sich daher gleich ersparen.

Schwierigkeiten verheimlichen
Man kann ruhig sagen, wenn man für einige Dinge noch keine optimale Lösung gefunden hat. Nicht jede Herausforderung muss komplett überwunden sein, bevor ein Investor ins Spiel kommt. Man sollte aber deutlich machen, dass an entsprechenden Problemen gearbeitet wird.

Arrogant oder unfreundlich sein
Kein Investor findet es erfreulich, von oben herab und unfreundlich behandelt oder unterbrochen zu werden. Das sind schließlich auch nur Menschen.

Stark übertreiben oder zweifeln
Wer seine Idee glaubwürdig verkaufen möchte, sollte herausstellen, warum sie so einzigartig ist und unbedingt gefördert werden muss. Dabei kommt es auf ein gesundes Mittelmaß an. Man kann ruhig ein bisschen übertreiben, aber zu dick auftragen sollte man auf keinen Fall. Im Gegenteil sollte man aber auch keine Zweifel oder Unsicherheit zeigen, denn das deutet an, dass man von seiner Idee selbst nicht überzeugt ist. Und warum sollte es dann ein Investor sein?

Schlecht über die Konkurrenz reden
Natürlich soll deutlich werden, dass das eigene Unternehmen eine bessere Lösung als die Konkurrenz bietet. Das sollte man auch klar hervorheben, aber dabei auf keinen Fall Dinge wie „XY ist der letzte Mist“ sagen. Respektlosigkeit gegenüber der Konkurrenz lässt dich unseriös erscheinen. Punkte lieber mit den Vorzügen deiner eigenen Idee, als andere bloß zu kritisieren.

Keine Ratschläge annehmen
Eine klare Strategie zu haben ist zwar äußerst wichtig, aber aus Prinzip starr daran festzuhalten, auch wenn Experten wertvolle Verbesserungsvorschläge machen, ist unsinnig und führt eventuell zum Scheitern.

Sich im Team uneinig sein
Wenn bereits im Pitch vor Investoren klar wird, dass man sich im Team nicht einig ist, dann besteht der berechtigte Verdacht, dass es so nicht lange gut gehen wird. Auch ins Wort fallen oder widersprechen sollte man sich untereinander nicht. Investoren bemerken recht schnell, wenn es Unstimmigkeiten im Team gibt und lassen sich dann im seltensten Fall auf eine Finanzierung ein.

Upselling betreiben
Beim Pitch geht es nicht darum, was in Zukunft vielleicht noch so alles möglich wäre. Die aktuelle Prognose für den Markt sollte überzeugend genug sein.

Investoren spontan ansprechen
„Hallo, darf ich Ihnen kurz unsere Idee vorstellen?“ – das kommt bei den wenigsten Investoren gut an. Ein Pitch sollte vorher abgesprochen sein, denn dann ist der Investor auch vorbereitet und hört konzentriert zu.

In erster Linie gilt also Folgendes: Sich freundlich verhalten, ehrlich und offen sein, und die Hausaufgaben gemacht haben ist die halbe Miete. Wenn jetzt noch die Idee überzeugt und die Chemie stimmt, steht dem Investment nichts mehr im Weg.

5 sehenswerte Filme und Serien für Gründer

5 sehenswerte Filme und Serien für Gründer

Neben der ganzen Arbeit, die täglich in einem Startup ansteht, ist es wichtig, auch mal zu entspannen. Warum nicht eine amüsante Serie, einen spannenden Film, oder eine informative Dokumentation schauen, bei der man sogar noch etwas für das Leben als Gründer lernen kann? Wir haben eine Auswahl an sehenswerten Filmen, Serien und Dokumentationen zusammengestellt:

Silicon Valley (2014-)
Diese Comedyserie spielt – Überraschung – im Silicon Valley und handelt vom Softwareentwickler Richard Hendriks, der eine App entwickelt hat, die einen revolutionären Kompressionsalgorithmus enthält. Nachdem viele Leute Interesse an seiner Arbeit zeigen, gründet er gemeinsam mit seinen Mitbewohnern ein Unternehmen und hat damit so seine Startschwierigkeiten. Bisher gibt es 4 Staffeln mit jeweils 8-10 Folgen.

CodeGirl (2015)
CodeGirl verfolgt das Engagement von Schülerinnen rund um die Welt, die mithilfe von Technologie Probleme in ihren Gemeinden lösen wollen. Weil die Tech-Industrie von Männern dominiert wird, möchte diese Dokumentation zeigen, dass auch junge Frauen sich in der Softwareentwicklung stark machen und mit innovativen Apps den Fortschritt vorantreiben können.

The Social Network (2010)
Dieser Film von Fight Club-Regisseur David Fincher handelt von Mark Zuckerberg und seinem Weg zur Gründung von Facebook. Was als Netzwerk zur Bewertung von Frauen an der Harvard-Universität begann, wurde schließlich zum weltweit größten sozialen Netzwerk. The Social Network zeigt nicht nur die Anfangsjahre des Unternehmens, sondern auch die internen und externen Schwierigkeiten in den Jahren nach seiner Gründung.

GirlBoss (2017-)
GirlBoss ist eine neue Netflix-Serie, die auf der Biographie der Nasty Gal-Gründerin Sophia Amoruso basiert. Nachdem diese feststellt, dass sie mit dem Verkauf von Vintage-Kleidung auf eBay großen Umsatz macht, entscheidet sie sich, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Dabei muss sie lernen, mit dem Leben als ihr eigener Boss umzugehen. Die Serie umfasst bisher eine Staffel.

Steve Jobs: Billion Dollar Hippy (2011)
In dieser BBC-Dokumentation werden die Anfänge und der Aufstieg von Steve Jobs mit seinem Unternehmen Apple aufgearbeitet. Besonderes Augenmerk liegt hier auf Jobs‘ außergewöhnlichem Charakter und seinen innovativen Ansätzen. Doch auch seine Fehltritte und Kritik an seinen Methoden kommen hier nicht zu kurz.

Auch wenn die Szenarien nicht immer auf das eigene Unternehmen übertragbar sind, können Gründer hier auf jeden Fall einiges lernen und sich inspirieren lassen. Filme und Serien schauen ist also doch keine Zeitverschwendung.

Das ideale Startup-Ökosystem

Das ideale Startup-Ökosystem

Von Startup-Ökosystemen ist in der Wirtschaft und unter Gründern ja oft die Rede. Doch was versteht man darunter eigentlich und was macht ein gutes Ökosystem für Startups aus?

Die Elemente des Startup-Ökosystems
Zunächst einmal ist ein Startup-Ökosystem nichts anderes als jedes andere Ökosystem auch, bloß geht es hier nicht um kleine und große Fische in einem Teich, sondern um junge Unternehmen in einer bestimmten Region und die Bedingungen um sie herum. Ein solches System bildet sich aus den Startups und ihren Teams selbst, sowie Institutionen, von denen sie Ressourcen und Unterstützung beziehen. Dazu gehören Universitäten, Forschungsinstitute, Förderorganisationen, Dienstleister und große Unternehmen. Auch immaterielle Dinge wie Ideen, Erfindungen und Forschungsergebnisse, sowie Fachwissen und Zeit  gehören zum Ökosystem dazu. Besonders wichtig sind natürlich außerdem Investoren, denn ohne Geld läuft nun mal leider wenig, auch wenn die Idee noch so innovativ ist. Startups benötigen also qualitativ hochwertige Fachkräfte, gezielte Unterstützung durch Netzwerke und Mentoren, Geld und Kunden um florieren zu können. In einem idealen Ökosystem ist dies alles zur Genüge vorhanden.

Silicon Valley als Vorreiter
Als Paradebeispiel für ein gut gedeihendes Startup-Ökosystem lässt sich ganz eindeutig das Silicon Valley in Kalifornien nennen. Hier entstanden die heute größten Tech-Unternehmen der Welt, wie zum Beispiel Apple oder Facebook. Mit bis zu 19.000 Startups ist es das weltweit größte und erfolgreichste Ökosystem seiner Art. Aber woran liegt das? Zum einen lässt sich da die große Anzahl an sehr gut ausgebildeten Absolventen nennen, die von der renommierten Stanford University abgehen. Die örtliche Kultur ist offen und divers, denn mehr als die Hälfte aller Gründer sind Immigranten. Zahlreiche Business Angels sorgen dafür, dass innovativen Gründern die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Meist finden Business Angels und Startups bei Pitches oder ähnlichen Networking-Events zueinander. Zudem profitiert die Region immens von den bereits ansässigen visionären Unternehmen. Diese Vernetzung und das daraus entstehende Zusammenspiel sorgen für optimale Chancen für Startups und potentielle Gründer.

Unterschiede durch individuelle Gegebenheiten
Wie auch in der Natur wirken sich Veränderungen im Startup-Ökosystem auf die Beteiligten aus. Wenn beispielsweise ein großes Unternehmen mehr Leute einstellt oder entlässt, beeinflusst das natürlich auch auf das Angebot an Fachpersonal in der Region und damit die Auswahl für ansässige Startups. Auch finanzielle Krisen haben selbstverständlich Auswirkungen. Etwas weniger gravierend ist das Ausscheiden einzelner Startups oder organisatorische Umstrukturierungen. Eins wird aber deutlich: In einem Ökosystem ist niemand unabhängig von allen anderen.

Startup-Ökosysteme unterscheiden sich international oft stark, weil die oben erwähnten Ressourcen jeweils sehr individuell ausgeprägt sind und externe Umstände variieren, wodurch sich verschiedene Systeme und Konstellationen entwickeln. Deswegen gleicht auch kein Ökosystem dem anderen. Eine gute Vernetzung ist aber überall gleich wichtig, denn nur so gelingt Gründern ein erfolgreicher Einstieg in die Wirtschaft.

Wer sich dafür interessiert, warum gerade der Raum Frankfurt als boomende Startup-Region gilt, kann sich in unserem Blogbeitrag darüber schlau machen.

Frankfurter Startup-Szene im Aufschwung

Frankfurter Startup-Szene im Aufschwung

Beim Schlagwort „Deutsche Startup-Szene“ fällt den meisten Leuten zunächst Berlin ein. Doch auch Frankfurt kann sich mittlerweile mit der deutschen Hauptstadt messen lassen. Wie das Startup-Magazin Berlin Valley in seiner Sonderausgabe „Startup-Szene Frankfurt“ berichtet, zählt die Region mit 3,5 Gründungen pro 10.000 Erwerbsfähigen zu den fünf stärkten Standorten deutschlandweit. Das ist nicht nur ein wichtiges Zeichen für Deutschland und die Region, sondern auch für die ansässigen Startups und Investoren. Und nicht nur das – auch im internationalen Vergleich hat Frankfurt in den letzten Jahren deutlich zugelegt, denn es ist nun auch auf der internationalen Karte von Startup Genome verzeichnet.

Gute Voraussetzungen zur Startup-Gründung
Momentan gibt es in der Region 200-300 aktive Tech-Startups. Gründer profitieren nicht nur von der ausgeprägten digitalen Infrastruktur und dem gut ausgebauten Transportwesen, sondern auch von der starken Industrie in der Region. Durch die Vielzahl an großen und mittelständischen Unternehmen gestaltet sich sowohl der Marktzugang als auch die Kommunikation mit Kunden einfacher. Zudem hat Frankfurt durch seine zahlreichen Hochschulen ein hervorragendes Bildungsniveau zu bieten, wodurch Startups über Zugang zu einem großen Angebot an Fachkompetenz verfügen. Außerdem gibt es auch immer mehr junge Menschen, die sich für ein Startup als Karriereoption entscheiden. Zuletzt wird auch die Business-Angels-Szene zunehmend international wettbewerbsfähig. Für zukünftige Gründer bieten sich also gute Chancen und Möglichkeiten, ihre Ideen erfolgreich in ein Geschäftsmodell umzusetzen.

Hubs und Inkubatoren als Anlaufstellen für Gründer
Mit knapp einem Dutzend Hubs und Inkubatoren gibt es mittlerweile auch reichlich Anlaufstellen und Unterstützung für junge Startups. So stellt zum Beispiel das im Jahr 2016 eröffnete TechQuartier Büroräume bereit und bietet FinTechs (also Startups, die die Digitalisierung von Finanzdienstleistungen unterstützen) die Möglichkeit zum Austausch mit den Banken der Region. Auch der Unibator der Goethe Universität – dessen Mitglied auch wir sind –  bietet seit 16 Jahren Hilfe bei der Umsetzung innovativer Ideen für Studierende oder Alumni an. Durch diese Knotenpunkte gibt es für Startups zahlreiche Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten, sich mit anderen Startups zu vernetzen und Kontakte zu Investoren zu knüpfen.

Starke FinTech-Branche
Wie Berlin Valley berichtet, ist besonders der Anteil der FinTechs in Frankfurt deutlich höher als in anderen Finanzmetropolen. Dieser liegt bei 27%, im Vergleich zu 18% in Hong Kong und 10% in London. Derzeit gibt es mehr als 80 FinTechs in der Region. Das wohl bekannteste Unternehmen in diesem Bereich ist 360T, eine Devisenplattform, die 2000 gegründet und 2015 von der Deutschen Börse aufgekauft wurde. Es gibt aber natürlich auch zahlreiche jüngere Unternehmen wie zum Beispiel FastBill, die Online-Rechnungsverwaltung anbieten, oder bettervest, eine Crowdinvesting-Plattform für Energieeffizienz-Projekte. Durch die große Anzahl an Startups dieser Branche hat Frankfurt das Potential, FinTech-Metropole Deutschlands zu werden und sich auch international zu behaupten.

Verbesserte Gesetzeslage und mehr Zusammenarbeit
Auch wenn das alles schon sehr positiv klingt – es gibt trotzdem noch einiges zu tun. Die deutsche Regierung hat mittlerweile die Notwendigkeit erkannt, die Startup-Szene zu unterstützen. Zukünftig sind daher gesetzliche Änderungen geplant, um Startups zu entlasten und regulatorische Schwierigkeiten zu mindern. Auch was die regionalen Initiativen angeht ist das Potential an Zusammenarbeit noch nicht erreicht. Durch eine stärkere Vernetzung können jedoch alle profitieren: Unternehmen, Investoren, und natürlich Gründer. Wird dies in die Tat umgesetzt, dann steht Frankfurt als führender Startup-Metropole nichts mehr im Weg.