Frankfurter Startup-Szene im Aufschwung

Frankfurter Startup-Szene im Aufschwung

Beim Schlagwort „Deutsche Startup-Szene“ fällt den meisten Leuten zunächst Berlin ein. Doch auch Frankfurt kann sich mittlerweile mit der deutschen Hauptstadt messen lassen. Wie das Startup-Magazin Berlin Valley in seiner Sonderausgabe „Startup-Szene Frankfurt“ berichtet, zählt die Region mit 3,5 Gründungen pro 10.000 Erwerbsfähigen zu den fünf stärkten Standorten deutschlandweit. Das ist nicht nur ein wichtiges Zeichen für Deutschland und die Region, sondern auch für die ansässigen Startups und Investoren. Und nicht nur das – auch im internationalen Vergleich hat Frankfurt in den letzten Jahren deutlich zugelegt, denn es ist nun auch auf der internationalen Karte von Startup Genome verzeichnet.

Gute Voraussetzungen zur Startup-Gründung
Momentan gibt es in der Region 200-300 aktive Tech-Startups. Gründer profitieren nicht nur von der ausgeprägten digitalen Infrastruktur und dem gut ausgebauten Transportwesen, sondern auch von der starken Industrie in der Region. Durch die Vielzahl an großen und mittelständischen Unternehmen gestaltet sich sowohl der Marktzugang als auch die Kommunikation mit Kunden einfacher. Zudem hat Frankfurt durch seine zahlreichen Hochschulen ein hervorragendes Bildungsniveau zu bieten, wodurch Startups über Zugang zu einem großen Angebot an Fachkompetenz verfügen. Außerdem gibt es auch immer mehr junge Menschen, die sich für ein Startup als Karriereoption entscheiden. Zuletzt wird auch die Business-Angels-Szene zunehmend international wettbewerbsfähig. Für zukünftige Gründer bieten sich also gute Chancen und Möglichkeiten, ihre Ideen erfolgreich in ein Geschäftsmodell umzusetzen.

Hubs und Inkubatoren als Anlaufstellen für Gründer
Mit knapp einem Dutzend Hubs und Inkubatoren gibt es mittlerweile auch reichlich Anlaufstellen und Unterstützung für junge Startups. So stellt zum Beispiel das im Jahr 2016 eröffnete TechQuartier Büroräume bereit und bietet FinTechs (also Startups, die die Digitalisierung von Finanzdienstleistungen unterstützen) die Möglichkeit zum Austausch mit den Banken der Region. Auch der Unibator der Goethe Universität – dessen Mitglied auch wir sind –  bietet seit 16 Jahren Hilfe bei der Umsetzung innovativer Ideen für Studierende oder Alumni an. Durch diese Knotenpunkte gibt es für Startups zahlreiche Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten, sich mit anderen Startups zu vernetzen und Kontakte zu Investoren zu knüpfen.

Starke FinTech-Branche
Wie Berlin Valley berichtet, ist besonders der Anteil der FinTechs in Frankfurt deutlich höher als in anderen Finanzmetropolen. Dieser liegt bei 27%, im Vergleich zu 18% in Hong Kong und 10% in London. Derzeit gibt es mehr als 80 FinTechs in der Region. Das wohl bekannteste Unternehmen in diesem Bereich ist 360T, eine Devisenplattform, die 2000 gegründet und 2015 von der Deutschen Börse aufgekauft wurde. Es gibt aber natürlich auch zahlreiche jüngere Unternehmen wie zum Beispiel FastBill, die Online-Rechnungsverwaltung anbieten, oder bettervest, eine Crowdinvesting-Plattform für Energieeffizienz-Projekte. Durch die große Anzahl an Startups dieser Branche hat Frankfurt das Potential, FinTech-Metropole Deutschlands zu werden und sich auch international zu behaupten.

Verbesserte Gesetzeslage und mehr Zusammenarbeit
Auch wenn das alles schon sehr positiv klingt – es gibt trotzdem noch einiges zu tun. Die deutsche Regierung hat mittlerweile die Notwendigkeit erkannt, die Startup-Szene zu unterstützen. Zukünftig sind daher gesetzliche Änderungen geplant, um Startups zu entlasten und regulatorische Schwierigkeiten zu mindern. Auch was die regionalen Initiativen angeht ist das Potential an Zusammenarbeit noch nicht erreicht. Durch eine stärkere Vernetzung können jedoch alle profitieren: Unternehmen, Investoren, und natürlich Gründer. Wird dies in die Tat umgesetzt, dann steht Frankfurt als führender Startup-Metropole nichts mehr im Weg.