Mit einem frischen Konzept aus Expo, Konferenz und Networking-Event in Festival-Atmosphäre hat die neue CeBIT großartige Einblicke in digital-transformierte Geschäftswelten geboten.

Schnell. Innovativ. Wandlungsfähig. Die neuen Technik-Trends bieten die Chance, Dinge anders zu betrachten und neu zu entdecken.

Wurde die IT-Messe bislang im kühlen März abgehalten, öffnete die diesjährige CeBIT ihre Pforten nun am 11. bis zum 15. Juni und präsentierte sich mit dem Zusatz „Europe’s Business Festival for Innovation and Digitalization“. Zur herkömmlichen Ausstellung (d!conomy & d!tec) gesellten sich das Konferenzformat (d!talk) sowie das Festivalprogramm mit abwechslungsreichen Live Acts auf großer Bühne (d!campus).

Die international führende Fachmesse für den IT-Bereich brachte wie gewohnt Innovationen aus den verschiedensten Bereichen der IT-Welt zusammen. Es ging dabei um Zukunftsprojekte aus Forschung und Entwicklung alsgleich klar fokussierte Geschäftsfelder für Unternehmenslösungen; aber auch Lösungen für die öffentliche Verwaltung standen auf dem Programm.

Die Veranstalter wollen die Messe als eine Art Technikfestival etablieren – das neue Konzept ging offenbar auf, denn auch im Juni 2019 soll die CeBIT wieder stattfinden. Knapp 120.000 Besucher, mehr als 2.800 beteiligte Aussteller und etwas mehr als 600 Sprecher diskutierten über Produkte und Neuheiten aus allen erdenklichen Themenbereichen rund um die Digitalisierung.

Die gelungene Ausführung machte die Topthemen der Wirtschaft und Gesellschaft für jeden Besucher erlebbar. Auch die Vorträge des Take-off Monday waren bereits im Vorfeld ausgebucht. Den CeBIT Innovation Award 2018 bekam das deutsche Startup AIPARK verliehen, die gleichnamige App zeigt Autofahrern freie Parkflächen. Die Welcome Night, bestehend aus politischen und wirtschaftlichen Vorträgen, die anschließende Networking-Party rundete das Programm des ersten Messetages ab.

 

Digitalisierung und neue Geschäftsfelder

Ohne Drohnen läuft heutzutage nichts mehr, demzufolge waren zahlreiche Anbieter in den Hallen präsent. Beispielsweise soll die Passagierdrohne künftig Großstädte bei der Lösungsfindung für Verkehrsprobleme unterstützen. Themen wie Robotics und Future Mobily rückten ebenfalls in den Fokus der Messe. Hierzu standen gleich mehrere Präsentationen von Volkswagen, Bosch und Daimler über die Tage verteilt auf dem Programm. Grundsätzlich machte der Themenbereich „Autonomes Fahren“ in Halle 25 deutlich, wie sehr traditionelle Geschäftsfelder und Digitalisierung verschmelzen. So ließ sich Boston Dynamics‘ SportMini auf der Bühne unermüdlich über ein paar Hindernisse mit einer Fernsteuerung bewegen. Der Kleinbus, e.GO Mover, soll in Zukunft völlig autonom fahren und per App gerufen werden können, ähnlich wie Uber. Abgehoben ist der “Volocopter”, das erste autonome Luft-Taxi der Welt.

 

So sieht der Ideenzug der Zukunft aus

Die Deutsche Bahn stellte ein 1-zu-1-Modell eines Doppelstockwagens der Zukunft sowie eine intelligente Bahnsteigkante vor, die Fahrgäste mit LED-Lichtern zu Türen und freien Sitzplätzen führt. Das moderne Serviceangebot bietet Ruhezonen bestehend aus Gaming- und Public-Viewing-Modulen.

 

Neben erweiterten Business-Modellen präsentierten die Aussteller auch vorläufige Prototypen.

Pepper ist immer noch der Star der CeBIT. Mehrere Aussteller hatten den Service-Roboter als eine Art Kundenbetreuer an ihren Ständen – dieser erhielt viel Aufmerksamkeit und fesselte dabei unzählige Menschen. Der etwa 1,20 Meter kleine humanoide Roboter von SoftBank Robotics kann nicht nur sprechen, sondern auch auf Emotionen reagieren. Weiterhin führte das Karlsruher Institut für Technologie „Armar-6“ vor – einen Service-Roboter, der mit Menschen zusammenarbeiten genauso diese bei ihren Arbeitsprozessen unterstützen soll. Franka Emika und Voith Robotics präsentieren hingegen „Panda“, einen Roboterarm, der in der Lage ist komplexe Arbeitsschritte auszuführen, zu denen für gewöhnlich nur der Mensch fähig ist.

 

Internet of Things und Blockchain

Der PSA-Konzern versucht über eine Cloudanbindung Datenprofile von Nutzern und Autos zu erstellen und Fahrzeuge direkt per App zu vermieten. Intel versteht sich nicht mehr als Chipkonzern, sondern eher als datenzentrisches Unternehmen, dessen Schwerpunkte auf Künstlicher Intelligenz liegen. Mit den „SAP Cloud Platform Blockchain Services“ verdeutlichte SAP wie sehr virtuelle und reale Welten zusammengewachsen sind. Hierbei hatten Messe-Besucher die Möglichkeit, sich Liederketten per Hyperledger anzuschauen, d.h. den Weg vom Anbau einer Mango bis hin zum fertigen Produkt im Supermarkt. DXC Technology zeigte einen Roboter, der mittels Blockchains auf Basis der evan.network-Plattform Bestellungen und Abmachungen mit Gästen und verschiedenen Getränkelieferanten treffen musste.

 

Festival und Stimmungsbild

Als Hingucker diente ein 60 Meter hohes Riesenrad von SAP mit 40 Gondeln, die nicht nur einen unvergesslichen Blick auf den d!campus, sondern auch konkrete Demonstrationen für Künstliche Intelligenz und Internet of Things boten. Tagsüber bildeten Food Trucks, Bällebad und spannende Attraktionen einen Kontrast zur Expo. Namenhafte Live Acts wie Mando Diao, Jan Delay & DISKO No. 1 sowie Performances und DJ-Sets sorgten als Abendprogramm für Abwechslung und sprachen besonders das jüngere Publikum an. Zum Abschluss der Messetage bereite Intel eine Flugschau mit 300 beleuchteten Drohnen am nächtlichen Himmel vor.

 

Wir haben einiges erlebt. Und ihr?

Die CeBIT 2018 war für we {code} it sowohl eine Plattform für Begegnung und Networking, als auch eine Bühne für Showcases, spannende Erlebnisse und Emotion. Auch wenn man sich gewünscht hätte, dass IT-Giganten wie Apple, Google oder Microsoft teilgenommen hätten, war das Konzept alles in allem jung, innovativ und experimentierfreudig. Viele spannende Themen, abwechslungsreiche Vorträge und hitzige Diskussionen haben den Besuch absolut lohnenswert gemacht. Dabei war die neue CeBIT nicht nur eine reine Business-Veranstaltung, sondern ein Festival für alle. Obwohl der Fokus klar auf Trends und Innovationen gesetzt wurde, ist das Konzept der Leitmesse, unsere Meinung nach, noch verbesserungswürdig – eine frische Idee, die allerdings nur schwer an die jeweils angesprochenen Zielgruppen vermittelbar ist.

Wir bedanken uns bei allen Interessenten, Kunden und Partnern für den Besuch an unserem CeBIT Messestand. Gerne stehen wir euch Rede und Antwort für digitale Lösungen jeglicher Art. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle auch an das Team von Hessen Trade & Invest für die tolle Unterstützung und gute Zusammenarbeit.

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