Digitalisierung in Deutschland

erstellt am: 07.02.2019 | von: Clara Meyer | Kategorie(n): Blog, We Code It

Der Drang nach Digitalisierung wird immer stärker auf der ganzen Welt. Auch Deutschland spürt diesen Druck, denn wir liegen weit hinterher und sind im europäischen Vergleich gerade mal auf Platz 13 von 28.

Flugtaxis wichtiger als das Internet?

In Deutschland lässt sich in einigen digitalen Bereichen eine falsche Zielsetzung erkennen. Ein gutes Beispiel dafür: Anstatt einen realistischen Plan zum Breitbandausbau zu präsentieren, fokussiert sich die Staatsministerin für Digitalisierung in einem Interview lieber darauf, wie wir mit Flugtaxis von A nach B kommen können. Das sind utopische Vorstellungen, gerade wenn man bedenkt, dass unsere Probleme wo ganz anders liegen. In Deutschland besaßen nämlich 2017 nur 2,3 Prozent aller Haushalte einen Glasfaseranschluss und seitdem hat sich nur wenig getan. In fortgeschritteneren Ländern wie Japan lag dieser Wert bei 76 Prozent. In dieser Hinsicht haben wir einen Entwicklungsland-Status.

Eine komplette Mobilfunknetzabdeckung ist in Deutschland bisher noch nicht vorhanden. Dessen weitere Ausbreitung und 5G als Mobilfunkstandard soll nun von der Privatwirtschaft finanziert und umgesetzt werden, doch da dies für die Telekommunikationsunternehmen nicht rentabel ist, wehren sie sich dagegen. Telekom-Chef Tim Höttges hat dazu den Vergleich gezogen, dass, eine Mobilfunkversorgung der gesamten Fläche Deutschlands zu verlangen, so wäre als würde man sagen: Privatjets für alle! Und keiner hinterfragt, wie das gehen soll.

Auch im deutschen Klassenzimmer ist die Digitalisierung noch nicht ganz angekommen. Von WLAN kann man dort bisher nur träumen und im Zuge des Digitalpaktes entschieden sich alle Bundesländer einheitlich gegen moderne Lehrmethoden, wie beispielsweise den ‘Flipped Classroom’, bei dem Schüler sich digital Inhalte erarbeiten, die sie dann in der Schule anwenden.

In der Plattformökonomie ohne Plattform

Als wirtschaftsstarkes Land gehört Deutschland zu den Mitspielern einer Plattformökonomie, ohne hierzu eine führende Plattform beisteuern zu können. Daher muss eine stärkere Förderung von Forschung und Start-Ups gewährleistet werden, sodass Deutschland nicht irgendwann nur noch als Zulieferer amerikanischer und chinesischer Portale wird. Ob es jemals eine deutsche Website geben wird, die mit den Giganten wie Amazon, Google oder Alibaba konkurrieren kann, ist unklar. Die Digitalvorständin der Deutschen Bahn sieht dennoch Potential in föderativen Webanwendungen, auf denen Leistungen und Produkte verschiedener Anbieter verkauft und die von öffentlich-rechtlichen Organisationen oder Genossenschaften gesteuert werden könnten. Darunter stellt sie sich beispielsweise eine Mobilitätsplattform deutscher Automobilhersteller, der Bahn und Luftfahrtgesellschaften oder eine Plattform für digitale Lerninhalte von deutschen Hochschulen vor.

Digitalisierung in Deutschland – zusammengefasst

6/10

der Deutschen glauben, dass wir in der Digitalisierung hinterherhinken

40.000

neue IT-Jobs 2019 in Deutschland

5%

der deutschen Unternehmen verwenden Künstliche Intelligenz

7%

der deutschen Unternehmen gelten als ‘digitale Vorreiter’

26%

der deutschen Unternehmen gelten als ‘digitale Anfänger’

13/28

ist unsere Platzierung im Vergleich mit allen europäischen Ländern

Man merkt, in Deutschland muss sich bezüglich der Digitalisierung noch einiges tun. Dazu darf diese nicht mehr als Zwang gesehen werden, nur um sich dem Trend anzupassen. Vielmehr sollte sie als Chance wahrgenommen werden, Prozesse zu optimieren, die Wirtschaft weiter anzukurbeln und die erwarteten Effizienzgewinne einzufahren.

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