Das Ende der Cebit – wo trifft sich die IT-Szene jetzt?

erstellt am: 12.02.2019 | von: Clara Meyer | Kategorie(n): Blog, Empfehlung, We Code It

Die Cebit, einst die größte Technologie-Messe auf der Welt, verkündete letztes Jahr, dass ihre Ära nun endet. Für einige war dies ein Schock, andere haben es bereits erwartet. Mit ihrem Ende stellt sich aber auch die Frage: Welche anderen relevanten Messen gibt es, die interessant für IT-Begeisterte und -Unternehmen sein könnten?

Cebit – der Aufstieg und der Untergang

Die IT-Messe ‘Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation’, kurz Cebit, fand von 1986 bis 2018 statt und war einst die größte ihrer Art. Letztes Jahr wurde diese nur noch von einem Achtel der Besucher, die sie zu Hochzeiten hatte, besucht und im November dann endgültig abgesagt, weil sich nicht genügend Unternehmen angemeldet hatten.

Ihre beste Zeit hatte die Cebit schon lange hinter sich. Einst war sie eine visionäre Zukunftsmesse, zu der bis zu 800.000 Menschen kamen. Dort wurden innovative Gadgets gekauft, Werbegeschenke gesammelt und IT-Größen wie Bill Gates oder Steve Balmer auf der Bühne angehimmelt. Vom Spiegel wurde sie einst als ‘Leitmesse für technologische Trends’ bezeichnet. Das Konzept war so erfolgreich, dass es sogar nach Asien, Australien und in die USA expandiert ist.

Doch zwei Jahre nach der Jahrtausendwende hatte die Messe ihren Höhepunkt erreicht und die Besucher- und Aussteller-Zahlen begannen langsam, aber sicher zu sinken. Unternehmen begannen, ihre Neuheiten auf eigenen Veranstaltungen vorzustellen, wie die iPod-Inszenierung von Apple in 2001. Auch die fortschreitende Digitalisierung, die eigentlich ein Fokus der Messe war, hatte mit ihrem Untergang zu tun. Da immer mehr Branchen, die eigentlich nichts mit IT-Themen zu tun hatten, begannen, sich auf den digitalen Wandel zu fokussieren, findet man mittlerweile auf nahezu jeder Messe einen Bezug dazu. Außerdem wurde es immer leichter, Zugriff auf Informationen über neuste Technologien zu bekommen und mit der Erfindung des Smartphones hatte man sie dann gleich in der Hosentasche. Warum sollte man dann also noch auf eine Messe irgendwo im Norden Deutschlands gehen?

Letztes Jahr kamen dann nur noch 2800 Aussteller (darunter auch wir), die ihre Innovationen vorstellen wollten. Man sagte zwar, dass die vielen freien Flächen auf dem Gelände von den Ausstellern gewünscht gewesen wären, später wurden sie dann aber zum Symbol für den Untergang der Cebit. In 2017 hatte die Messe noch versucht, sich neu zu erfinden. Sie sollte zu einem ‘Businessfestival’ werden, bei dem Partys und Live-Auftritte am Abend stattfanden. So wollten sie auch jüngere Leute ansprechen. Doch dafür war es schon zu spät: Das Event war für viele nur noch eine Pflichtveranstaltung. Außerdem gab es viele Konkurrenzmessen wie die Comdex, die CES oder den Mobile World Congress Barcelona, die einfach mehr Interesse weckten. Schlussendlich fürchtete die Deutsche Messe AG, der die Cebit gehört, dass, bei dessen Weiterführung, immense Verluste auf sie zukommen würden und zog die Notbremse.

Neue Hotspots für die IT-Szene

Auch ohne die deutsche Cebit erwarten Interessenten und Aussteller 2019 spannende Messen, sogar von der Cebit selbst. Ihre ausländischen Expansionen werden weitergeführt und Überbleibsel ihrer industrienahen Digitalthemen auf die Messe Hannover übertragen. Die Re:publica wird wohl kein Ersatz für die Cebit sein können, aber stellt definitiv einen interessanten Pol dar, um die digitale Agenda aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft erlebbar zu machen. Diese Messe hat ein jüngeres Publikum, zieht viele Frauen an und hat dadurch großes Zukunftspotential. Weitere deutsche Ausstellungen, die bereits 6-stellige Besucherzahlen erzielen sind die IFA Berlin, die seit 1924 besteht und die IAMB (Integrated Automation, Motion and Drives) der Messe Hannover, welche sich mit Automatisierung, industrieller IT sowie Antriebs- und Fluidtechniken auseinandersetzt.

Für uns von we {code} it war es eine große Freude die letzten zwei Jahre als Vertreter der hessischen Wirtschaft in Hannover mit dabei zu sein. Aber auch wir haben gemerkt, dass von Giganten wie Google, Microsoft und 2018 auch Telekom jede Spur fehlte und es viele freie Flächen gab. Dennoch war es eine spannende Möglichkeit für uns, neue Kunden sowie auch Mitarbeiter kennenzulernen und die technischen Innovationen zu bestaunen.

In 2019 hoffen wir auf viele weitere solcher aufregenden Begegnungen, wenn auch nicht mehr auf der Cebit.

Kommentar schreiben