Sie sagen es, wir coden es!

Generation Y oder die Digital Natives

Als digital native (deutsch: „digitaler Ureinwohner“; Plural: digital natives) wird eine Person der gesellschaftlichen Generation bezeichnet, die in der digitalen Welt aufgewachsen ist, so die Definition von Wikipedia.

Diese „natives“ also „eingeborenen“ können versiert mit digitalen Technologien umgehen, da sie in das digitalisierte Zeitalter hineingeboren wurden und von klein auf den Umgang mit Computern, Laptop und World Wide Web gelernt haben. Also diejenigen, die ungefähr  zwischen 1980 und 1995 (Angaben schwanken) geboren wurden und sonst unter der meist sehr unschmeichelhaften Bezeichnung „Generation Y“ zusammengefasst werden. Das „Y“ (Englisch: Why?) steht dabei stellvertretend für die Grundeigenschaften dieser/ unserer Generation: Althergebrachtes in Frage stellen und die Arbeitswelt mit ihren traditionellen Strukturen auf den Kopf stellen.

Liest man Generationen-Analysen, wie sich das als Digital Native gehört, auf einschlägigen Websites, schneiden wir im Vergleich zu den Generationen vor uns nicht besonders gut ab. Wir stellen nicht nur alles in Frage, wir sind außerdem faul, verwöhnt und realtitätsfremde Traumtänzer. Alle.

 

Alles nicht so schlimm

Dass wir aber so schlimm gar nicht sein können, wie man überall liest, das beweisen Zahlen: 2016 waren bereits 46,5% aller Millennials (übrigens eine weitere Bezeichnung für unsere Generation) in Deutschland voll berufstätig.

Darüber hinaus werden unserer Generation aber auch  einige positive Eigenschaften zugesprochen, die in einer globalisierten und zunehmend digitalisierten Welt von großem Nutzen sein können: Wir seien ethnisch vielfältig, die bisher am besten ausgebildete Generation und mit moderner Technologie aufgewachsen.

Besonders diejenigen, die zwischen 1986 und 1997 geboren wurden und somit ihre Kindheit in den 90ern verbrachten – als die private Internetnutzung rapide anstieg und sich immer weiter verbreitete – gelten als die erste Generation, die mit neuen Kommunikationstechnologien (Pager, erste massentaugliche Handys, Internet) aufwuchs.

Geprägt wurde der Begriff von Marc Prensky, einem US-amerikanischen Bildungsberater und Manager, im Jahr 2001. Ihm zufolge denken Digital Natives grundlegend anders und verarbeiten Informationen anders, als es „Digital Immigrants“ tun, also alle, die nicht mit den neuen Medien aufgewachsen sind. Eine seiner Thesen besagt, dass Menschen, die mit digitalen Nutzeroberflächen aufwachsen, anders funktionieren und Informationen anders verarbeiten. Allerdings werden solche Behauptungen von vielen Seiten stark kritisiert, da sie Panik und Angst schüren, dass unsere (und nachfolgende Generationen) irreparabel geschädigt oder grundlegend anders sein könnten als die Generationen vor uns.

 

Wie sich das auf die Arbeitswelt auswirkt

Seit einigen Jahren sind die Kinder der 90er nun erwachsen, die letzten schließen wohl so langsam ihr Studium ab und der Arbeitsmarkt wird erobert.

Hierbei ergeben sich natürlich neue Anforderungen, nicht nur an die Jobeinsteiger – sondern auch an die potentiellen Arbeitgeber. Dem „Y“ entsprechend soll die Arbeit im Idealfall Sinn machen und abwechslungsreich sein und Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung bieten. Dafür bekommt der Arbeitgeber einen geübten Teamplayer, der sowohl offline als auch in der virtuellen Welt vernetzt und zuhause ist. Das Internet und der alltägliche Umgang damit sind für unsere Generation mittlerweile selbstverständlich und kaum noch wegzudenken. Dadurch verschmelzen zwar auch Arbeit und Privatleben zunehmend, was dazu führt dass sich die „Work-Life-Balance“ immer mehr zu einer „Work-Life-Blend“ entwickelt.

Einen Riesenvorteil hat unsere Medien-Affinität allerdings: in einigen Branchen, wie beispielsweise der IT, wird nahezu immer hochqualifiziertes Personal gesucht. Das bedeutet, dass ein entsprechendes Studium (Informatik, Wirtschafts-Informatik, etc.) fast schon einer Jobgarantie gleichkommt.  Der Umgang mit digitaler Technologie und Sozialen Medien ist mittlerweile eine Grundvoraussetzung und aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Eine hohe Medienaffinität gepaart mit einer fundierten Ausbildung bietet demnach sehr gute Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt 2.0.

 

Zum Schutz unserer Bürger: Neue Datenschutz-Grundverordnung

Das digital pioneers-Magazin t3n warnt Startups in ihrem neuesten Artikel vom 28.03.2017, dass 2018 für Jungunternehmer in der Digitalwirtschaft Gefahren mit sich bringt.

Das europäische Datenschutzrecht wird ab Mai 2018 verschärft.
Dies bringt viele Anpassungsanforderungen vor allem an digitale und insbesondere jüngere Unternehmen mit sich. Diese haben oft nicht die Kapazitäten und die Zeit sich um rechtliche Feinheiten zu kümmern. Manche der Jung-Unternehmen sind nicht ausreichend informiert, haben die Gesetzeslage nicht umfassend im Blick, wohingegen Großunternehmen meistens Fachleute für genau diesen Bereich eingestellt haben. Die Konsequenz einer Verstoßung gegen die Richtlinien von Datenschutzgesetzen könnte eine Strafe von 4% des Jahresumsatzes bis hin zu 20 Millionen Euro sein.

Was genau wird von uns digitalen Unternehmen erwartet?
Die neuen Datenschutzregeln (EU-DS-GVO) schreiben zukünftig vor, dass Unternehmen transparenter kommunizieren müssen im Hinblick auf personenbezogene Daten und diese verarbeiten und dokumentieren müssen. Damit möchte die EU für mehr Datenschutz der Bürger sorgen und fahrlässigen Umgang mit Daten verhindern.

Big Data – Fortschritt und Risiko zugleich
Hackerattacken haben sich in letzter Zeit deutlich vermehrt und Angriffe werden auf digitaler Ebene mit den Waffen von empfindlichen und persönlichen Daten ausgetragen. Selbst das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, kann sich nicht jeder groß aufgefahrenen Cyberattacke widersetzen, indem sie die Hacker ausfindig machen. Dies war beispielsweise bei Telekom der Fall, als ein Großangriff 900.000 Router deutschlandweit ausfallen ließ. Bis heute konnte die Quelle des Angriffs nicht ermittelt werden. Nun muss eine höhere Instanz einschreiten: Die Politik muss sich bewusst machen, was digitale Datenschutzverletzungen zur Folge haben und in welchem Umfang ganze Kriege ausgefechtet werden können. Digitalisierung bringt Fortschritt und Potential, doch leider birgt es auch neue Gefahren, gegen die die Gesellschaft womöglich nicht ausreichend geschützt ist. Daher wird die Datenschutz-Grundverordnung geschärft und präzisiert.

Konsequenzen werden gezogen
Dabei ist zu beachten, dass unübersichtliche und versteckte Datenschutzerklärungen sowie Formulierungen wie „Durch das Anlegen eines Accounts willigen Sie ein, dass wir Ihre Angaben zu Marketingzwecken durch Partnerfirmen nutzen.“ keineswegs rechtsgültig sind, wie t3n betont. Das Dokumentieren von empfindlichen Daten insbesondere im Gesundheits- oder Personalbereich muss präzisiert werden, die Sicherheitsanforderungen verschärft. Dazu gehört unter anderem, dass Unternehmen explizit hervorheben müssen, dass sie Daten nicht an Drittländer außerhalb der EU weitergeben. Datenschutzverzeichnisse sind zudem unablässig.

Sicherheit für Unternehmen und Kunden
Das Magazin t3n rät in dem Zusammenhang einen internen oder externen Compliance-Verantwortlichen zur Rate zu ziehen, der ein fundiertes Wissen über die aktuelle Rechtslage hat. Dieser kann Verträge und weitere wichtige Dokumente prüfen und nach den aktuellen Richtlinien überarbeiten. Ein durchaus sinnvoller Rat. Doch da Experten nunmal ihren Wert haben, bestärken wir hier in dem Artikel gerade digitale Startups und Jungunternehmer in der Digitalwirtschaft darin, sich auch eigenständig die Mühe machen zu können: Einfach die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DS-GVO) gründlich lesen und sein Wissen alle paar Monate dahingehend auffrischen. Dies ist durchaus mit viel Zeit und administrativen Zusatzlasten verbunden, doch es lohnt sich. Als Gründer, Geschäftsführer und Fachabteilungsleiter kommt man nicht umhin up-to-date zu bleiben, sei es zur politischen, rechtlichen oder wirtschaftlichen Lage. Zudem will sich sicher niemand in die Lage bringen, Strafgelder zu zahlen, die womöglich immense Verluste bishin zum Bankrott bedeuten.

Big Data ist das Gold unserer Zeit“, sagen die digital pioneers und wir geben ihnen zu 100% recht. Die Rechte unserer Mitmenschen müssen gewahrt, geschützt und vor allen Dingen gefördert werden. Mehr Transparenz in einer noch teilweise unübersichtlichen Digitalkultur ist das Ziel, das wir gemeinsam verfolgen sollten.